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Mehr sichere Plätze für Räder am ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe

Wer mit seinem Rad zum ICE-Bahnhof in Kassel fährt, kann sich dort ab sofort über rund 50 neue und gesicherte Fahrradstellplätze freuen: Am 25. Juli haben die Stadt Kassel und die Kasseler Verkehrsgesellschaft KVG gemeinsam mit den Kooperationspartnern Nordhessischer Verkehrsverbund NVV und Deutsche Bahn die erste öffentliche Fahrradschließanlage der Stadt in Betrieb genommen. Dafür wurde eine seit längerem ungenutzte Fläche auf der Ostseite des Bahnhofs entsprechend ertüchtigt. Es können nun 13 einzeln verschlossene und überdachte Abstellboxen angemietet werden. Die restlichen, ebenfalls überdachten Stellplätze befinden sich in einem mit Tür gesicherten Sammelbereich. Dort befindet sich auch eine Fahrrad-Servicestation mit Werkzeug für kleinere Reparaturen, die man selbst durchführen kann.

Im Wesentlichen konnten die dort vorhandenen Boxen sowie die umzäunte und mit Tor gesicherte, seit geraumer Zeit leerstehende Fläche verwendet werden. Im Zuge der städtischerseits veranlassten Bauarbeiten wurden Reparatur- und Sicherungsmaßnahmen durchgeführt sowie der Elektroanschluss, die Beleuchtung, das Schließsystem und das zugehörige Terminal komplett neu hergestellt. Insgesamt haben die unterschiedlichen Leistungen knapp 60.000 Euro gekostet. Im kommenden Herbst werden die derzeit übergangsweise vorhandenen, portablen Radbügel im Sammelbereich noch durch neue, fest installierte Bügel ersetzt. Wegen der dann aus Komfortgründen etwas breiteren Abstände der Bügel werden im Endausbauzustand im Sammelabstellbereich 32 normale Fahrräder und zusätzlich drei Lastenräder Platz finden.

Der Kasseler Verkehrsdezernent Christof Nolda sieht diese neue Anlage als ersten wichtigen Schritt: „Die Anzahl abgestellter Fahrräder am Bahnhof steigt stetig. Dafür sorgen Menschen, die durch ihre eigene Verkehrsmittelwahl heute schon einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsweisende, nachhaltige Mobilität leisten. Ich bin froh, dass es uns gemeinsam mit unseren Partnern gelungen ist, dieses neue Angebot zu machen. Für die Stadt ist es die erste Anlage dieser Art und wir sind sehr gespannt, wie sie angenommen wird. Die Erfahrungen hier am ICE-Bahnhof werden in die Planung und Umsetzung weiterer Fahrradparkhäuser in der Stadt einfließen.“

„Berufspendlerinnen und -pendler etwa können ihr Fahrrad nun guten Gewissens einen ganzen Arbeitstag lang am Bahnhof stehen lassen – denn es steht dort gut geschützt vor

Witterung und Diebstahl“, freut sich Steffen Müller, Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV). „Die Sammelschließanlage macht die Kombination von Rad- und Bahnfahren damit besonders attraktiv – und leistet so einen Beitrag zur Verkehrswende, der wir uns gemeinsam mit den nordhessischen ÖPNV-Partnern schon lange verpflichtet fühlen.“

Im Auftrag der Stadt Kassel wird die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) den Betrieb der Anlage übernehmen. KVG-Vorstand Dr. Olaf Hornfeck erläutert dazu: „Die KVG ist der Mobilitätsdienstleister der Stadt Kassel. Entsprechend wollen und werden wir uns künftig verstärkt auch um Angebote kümmern, die den ÖPNV sinnvoll ergänzen. Radabstellanlagen an verkehrswichtigen Zielen und an bedeutenden Umsteigepunkten gehören zweifellos dazu. Gleichzeitig ist diese sichere Abstellmöglichkeit für Fahrräder am ICE-Bahnhof eine deutliche Verbesserung für die Fahrgäste des Öffentlichen Personenverkehrs in Kassel“.

Die für Kassel zuständige Bahnhofsmanagerin Michaela Andresen ist sich sicher, dass der Bedarf an besonders gesicherten Fahrradabstellplätzen noch weiter steigen wird: „Viele unserer Fahrgäste gehen dazu über, hochwertige Fahrräder mit und ohne Elektrounterstützung anzuschaffen und damit die viel zitierte erste bzw. letzte Meile zum bzw. vom Bahnhof zurückzulegen. Nicht von Ungefähr hat die Bahn deshalb ihre Bike-and-Ride-Initiative aufgelegt, über die wir die Flächen für solche Anlagen zur Verfügung stellen. Besonders charmant an unserer Lösung hier finde ich, dass ein Großteil der bereits vorhandenen Bauten aufgewertet wurde und weiter benutzt wird. Das nenne ich nachhaltig.“

Buchung und Öffnung sind denkbar einfach
Das Buchungs- und Zahlungssystem für die Abstellanlage wird von der Firma Kienzler bereitgestellt, die von der KVG mit diesen Leistungen beauftragt wurde und zugleich über einen Rahmenvertrag mit der Deutschen Bahn sowie mit dem NVV kooperiert; auch deshalb wurde Kienzler für die Kasseler Anlage ausgewählt. Die Buchung funktioniert denkbar einfach über das Portal nvv.bike-and-park.de/boxbuchen/. Wer die Anlage nutzen möchte, muss sich dort zunächst registrieren und dabei eine Zahlungsform wählen. Danach kann man Einzelboxen oder Abstellplätze im Sammelabstellbereich reservieren. Das Ganze funktioniert auch übers Smartphone. Die Reservierung ist über unterschiedliche Zeiträume hinweg (1, 7, 28 oder 84 Tage) möglich. Die Gebühren für die Abstellung in Einzelboxen betragen je nach Dauer des Buchungszeitraums ab 86 Cent bis 2 Euro pro Tag. Für die Abstellung im Sammelbereich fällt nur die Hälfte der Gebühren an. Nach der digitalen Bezahlung werden die persönlichen Zugangsdaten (Zahlencode) für den konkret gebuchten Stellplatz zur Verfügung gestellt. Jeweils bei der ersten Benutzung innerhalb eines Buchungszeitraum muss man sich mit einigen Daten am Terminal registrieren. Hat man dies erfolgreich getan, kann man innerhalb des Buchungszeitraumes die entsprechende Tür mit einer PIN beliebig oft öffnen und den reservierten Platz benutzen. Die Zugangsdaten können vor Ort am deutlich sichtbaren Terminal über eine Tastatur eingegeben werden. Nach Eingabe der Zugangsdaten öffnet der elektrische Schließer der zutreffenden Tür für 25 Sekunden. Dies ist in der Regel genügend Zeit, um vom Terminal mit dem Rad zur öffnenden Tür zu gehen. Sollte man unterwegs doch einmal aufgehalten werden, kann man die Tür beliebig oft übers Terminal neu öffnen.

Beleuchtung nach Maß
Die Beleuchtung in der Anlage wird über eine Zeitschaltuhr nur in den Abend- und Nachtstunden aktiviert. Sie wird dann auch über das Terminal gesteuert. Mit dem Öffnen einer Tür wird das Licht für ca. 10 min angeschaltet und erlischt automatisch wieder. Es gibt zwei Beleuchtungskreise: Die Lampen der fünf Einzelboxen rechts vom Terminal werden unabhängig von der restlichen Anlage aktiviert.

Kleinere Anpassungen nach Betriebsaufnahme geplant
Neben dem bereits erwähnten Austausch der Radbügel im Sammelabstellbereich wird es auch am Buchungsterminal im Laufe der Zeit noch eine Ergänzung geben: Aktuell müssen zum Öffnen der Türen die Zugangsdaten über das Tastaturfeld eingegeben werden. Es ist geplant, bei nächster Gelegenheit noch einen QR-Code-Leser zu integrieren, sodass der Bedienvorgang noch leichter wird. Für die entsprechende Hardware gab es leider Lieferprobleme. Um die Nutzung der Anlage nicht weiter zu verzögern, wurde entschieden, zunächst ohne diese Funktionalität zu starten.

Erneuerung der Fahrradstellplätze auf dem hinteren Parkdeck
Auch auf dem hinteren Parkdeck des ICE-Bahnhofs im Bereich der Zugänge zu den Bahnsteigen wurden Anfang des Jahres die Fahrradbügel unter der vorhandenen Überdachung erneuert. Dabei sind zeitgemäße Bügel mit zusätzlichem Querholm sowie mit ausreichend breiten Abständen installiert worden. Es können damit im vorderen (nördlichen) Bereich des Parkdecks 44 Fahrräder komfortabel abgestellt werden und neben den hinteren (südlichen) Zugängen nochmals 36 Räder. Außerdem wurde die Abstellsituation für Kleinkrafträder durch Beschilderung neu geordnet und dadurch verbessert.

Vorstellung der neuen Fahrradschließanlage am ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe (v.l.): Stadtbaurat Christof Nolda, Walter Bien (KVG), NVV-Geschäftsführer Steffen Müller und Julia Tolic (Bahnhofsmanagement). © Bernd Schoelzchen/Stadt Kassel