Die neuen „Kasseler Linien“

06.02.2018
Liniennetzreform der KVG startet am Sonntag, 25. März 2018

„Ab 25. März einsteigen“: Mit diesem Slogan wirbt die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) für ihr neues Linienverkehrsangebot, das unter dem Titel „Kasseler Linien“ am Sonntag, 25. März, starten wird. Informationen sind bereits auf der KVG-Homepage verfügbar. Auf dem Foto mit Bus und Straßenbahn (v.li.): KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert, der Projektleiter für die Kasseler Linien, Sven Möller, die Leiterin der AG Vermarktung, Claudia Sauer, Betriebsplaner Jörg Bader sowie KVG-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Maxelon (Foto: KVG AG / Andreas Fischer).


Liniennetzreform der KVG startet am Sonntag, 25. März 2018 


Kassel, 6. Februar 2018. Das am 19. Juni 2017 von der Kasseler Stadtverordnetenversammlung beschlossene neue Linienverkehrskonzept startet am Sonntag, 25. März 2018. Damit wird sich das Angebot der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG (KVG) wesentlich ändern und für den überwiegenden Teil der jährlich rund 46 Millionen Fahrgäste in Kassel und dem näheren Umland verbessern. Die KVG empfiehlt ihren Kunden, sich frühzeitig zu informieren.  

 

Unmittelbar vor den Osterferien, am Sonntag, 25. März 2018, wird die KVG mit Betriebsbeginn die „Kasseler Linien“ starten. Damit gelangt ein Prozess an sein Ziel, der ursprünglich im Mai 2015 mit dem Auftrag der Kasseler Stadtverordneten an die KVG begann, ihr Linienverkehrsangebot grundlegend zu überarbeiten (s. u. - „Abriss der Historie“).

 

„Unser Konzept bedeutet ein modernisiertes, der Nachfrage besser angepasstes, klarer strukturiertes und wirtschaftlich effizienteres Liniennetz“, fasst KVG-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Maxelon zusammen. „In Summe werden wir die Kapazitäten für unsere Fahrgäste auf den künftig acht Straßenbahn- und 15  Buslinien erhöhen. Wir stärken unser Angebot, wo die Nachfrage dies verlangt und reduzieren, wo unser vorheriges Angebot nur in geringem Umfang angenommen wurde. Damit entspricht unser neues Netz besser als zuvor dem tatsächlichen Bedarf.“ 

 

So wird ab dem 25. März das Angebot im Busbereich auf der Achse Harleshausen, Rothenditmold, Innenstadt und Waldau mit der neuen Linie 10 durch den Wechsel vom 15- auf einen 10 Minuten-Takt an Schultagen um 50 Prozent gestärkt. 

 

Mit der neuen Buslinie 12, die an der Weserspitze beginnt, durch den Stadtteil Rothenditmold zum Bahnhof Wilhelmshöhe und durch Wehlheiden verkehrt, schafft die KVG in der Fortführung über die Messehallen eine neue umsteigefreie Verbindung zwischen vielen Fahrtzielen.   

 

Neue Direktverbindungen entstehen darüber hinaus zum Beispiel durch die Linie 11 zwischen Jungfernkopf, Harleshausen und dem Bahnhof Wilhelmshöhe sowie die aufeinander abgestimmten Linien 13 und 16, die das Klinikum Kassel mit dem Bebelplatz, Auestadion und dem Auebad verknüpfen. 

 

Mit Bus 25 wird der Stadtteil Wehlheiden eine eigene Quartierslinie einschließlich Direktverbindung zur Kasseler Innenstadt erhalten.

 

Im Trambereich verlängert die KVG den 15 Minuten-Takt für Bahnen sowie weiterer Buslinien samstags bis 18 Uhr, um vor allem die Kasseler Innenstadt besser erreichen zu können.  

 

Auf der Helleböhnstrecke werden die Linien 3 und 7 ganztägig im 7,5 Minuten-Takt die Stadtteile Oberzwehren und Süsterfeld-Helleböhn sowie die Marbachshöhe mit dem Bahnhof Wilhelmshöhe und der Innenstadt verbinden. 

 

Um der hohen Nachfrage insbesondere im Bereich Frankfurter- und Ihringshäuser Straße zu entsprechen, werden ab dem 25. März Beiwagenverbände auf der neuen Linie 6 zwischen Ihringshäuser Straße, Innenstadt und Frankfurter Straße bis zum Schulzentrum Brückenhof verkehren. 

 

Der Stadtteil Wolfsanger wird durchgehend bis Betriebsschluss mit Straßenbahnen angebunden.

 

Die Kasseler Stadtverordneten hatten im Juni 2017 den neuen „Kasseler Linien“ ihre Zustimmung erteilt. Seitdem bereitet sich die KVG intensiv auf den Start vor.

 

Zum Beispiel werden die rund 400 Bus- und Straßenbahnfahrer der KVG, die Mitarbeiter der Betriebsleitstelle und des Kundenzentrums geschult, Haltestellen umgebaut, Signalisierungen für den Beiwagenbetrieb auf der künftigen Linie 6 und neue Buslinien angepasst und die Fahrzeuge mit neuer Linienwege-Software ausgestattet.  

 

Was fährt künftig wann, wo und wie?

Seit einigen Tagen verweisen Plakate im Kasseler Stadtgebiet auf den Starttermin der „Kasseler Linien“. Im Internet sind unter kvg.de/kasseler-linien-ab-25318 von heute an die ab dem 25. März gültigen Fahrpläne veröffentlicht. Ein interaktiver Liniennetzplan ist zentrales Element der digitalen Information. Im Internet finden Fahrgäste auch alle weiteren Informationen, sobald sie verfügbar sind.

 

Gedruckte Fahrpläne und Infobroschüren stehen ab Mitte März bereit. Abonnenten im Tarifgebiet KasselPlus erhalten die für sie relevanten Infobroschüren postalisch. Mit einer haushaltsdeckenden Verteilung werden zudem Basisinformationen in alle Kasseler Haushalte gebracht. So bietet die KVG allen ihren Fahrgästen frühzeitig Gelegenheit, mit dem neuen Angebot vertraut zu werden.

 

„Bei den Kasseler Linien, die am 25. März starten, handelt es sich um die umfassendste Liniennetzreform seit mehr als 30 Jahren“, fasst Dr. Maxelon zusammen. „Wer sich vor Augen führt, dass jährlich rund 46 Millionen Menschen unsere Busse und Bahnen in Kassel und der näheren Umgebung nutzen, dass unsere Fahrzeuge pro Jahr eine Strecke von mehr als neun Millionen Kilometer absolvieren und wir Leistung an 365 Tagen im Jahr fast rund um die Uhr erbringen, kann ermessen was es bedeutet, jede einzelne Fahrbeziehung zu analysieren, zu bewerten, neu zu konzipieren, das entstandene Konzept mit einer Vielzahl von Beteiligten abzustimmen und anschließend die Mitarbeiter der KVG auf das neue Verkehrsportfolio zu schulen.“

 

Am „Tag X“, dem 25. März, werden mit Betriebsbeginn um kurz nach 5 Uhr die ersten Bahnen und Busse aus den Depots rollen und dann nach neuen Fahrplänen unterwegs sein. „Damit beginnt für uns eine neue Ära, auf die wir uns gerade nach der langen Zeit der Entwicklung unseres Angebotes und dem umfassenden Dialog mit allen Beteiligten und den Bürgern, sehr freuen“, so Dr. Maxelon. 

 

Abriss der Historie

  • Mai 2015: Die Kasseler Stadtverordneten beauftragen die KVG mit der grund-legenden Reform ihres Linienverkehrsangebotes. Die formulierten Ziele lauten u.a.: Mehr Effizienz durch Anpassungen an die Nachfrage, eine klarere Netzstruktur, eine bessere Erlössituation sowie mehr Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Grundlage sind der im Jahr 2014 verabschiedete „Nahverkehrsplan der Stadt Kassel“ und der im Jahr darauf verabschiedete „Verkehrsentwicklungsplan 2030“.
  • Juli 2015: Die KVG veröffentlicht ihren ersten Entwurf. Zeitgleich startet die umfassendste jemals in Kassel realisierte Bürgerbeteiligung mit einem Infozelt auf dem Kasseler Friedrichsplatz. Anschließend erhalten alle rund 25.000 Abokunden die Broschüre „Kasseler Linien“. Es folgen Präsentationen der KVG in nahezu allen Ortsbeiräten, dem Behindertenbeirat, Seniorenbeirat und dem Ausländerbeirat, Workshops mit Schülervertretern, ein intensiver Austausch mit Umweltverbänden und vieles mehr. Auf der KVG-Homepage wird eine Sonderseite freigeschaltet, persönliche Beratung bietet das Kundenzentrum in der Kurfürsten Galerie. Mit der Informationskampagne ist die Bitte an die Bürger verbunden, ihre Meinung und Hinweise zu dem neuen Angebot bei der KVG zu äußern.
  • November 2015: Die KVG hat mehr als 1.100 Rückmeldungen erhalten. Diese sowie Hinweise aus mehreren Unterschriftenlisten, von Ortsbeiräten sowie aus Informations- und Diskussionsveranstaltungen, sind ausgewertet. Die Anmerkungen konzentrierten sich auf wenige Punkte. Lediglich 228 Hinweise erreichen die KVG zu den geplanten Änderungen bei den Trams. Vielfach äußern die Bürger Zustimmung. Diese bezieht sich u.a. auf die Linienführung und den dichten Takt der neuen Ringbuslinie 11, den samstags bis 18 Uhr auf den Tramlinien verlängerten 15 Minuten-Takt, den 10 Minuten-Takt der Buslinie 10 und die neue Direktverbindung von Wolfsanger zum Bahnhof Wilhelmshöhe mit der Tram 7. 
  • Anfang 2016: Sämtliche Anregungen, auch die „Nachzügler“, sind ausgewertet. Die KVG feilt an der überarbeiteten Vorlage ihrer Liniennetzreform, in der zahlreiche Änderungswünsche berücksichtigt werden.
  • April 2016: Start des formalen Beteiligungsprozesses zu den „Kasseler Linien“ mit Anhörung der Ortsbeiräte und der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Der neue Entwurf durchläuft die Bau- und Planungskommission der Stadt, den Magistrat sowie den Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr. Die KVG stellt Ortsbeiräten auch die im Zusammenhang mit dem neuen Netz notwendigen baulichen Änderungen vor.
  • 19. Juni 2017: Die Kasseler Stadtverordneten verabschieden den überarbeiteten Entwurf der „Kasseler Linien“.
  • Herbst 2017: KVG, NVV und die Stadt Kassel beratschlagen gemeinsam, wann die „Kasseler Linien“ starten sollen, damit sich die neuen Routen sowie die Takte der Busse und Bahnen der KVG in das Verkehrsgeschehen möglichst gut einfügen. Alle Beteiligte verständigen sich auf den 25. März 2018.